Dienstag, 28. Oktober 2014

× 009

von mattbarley auf deviantart


Wahrscheinlich sollte ich nicht in so wirren, unzusammenhanglosen Formulierungen schreiben, damit auch jemand außerhalb meines Gehirnes die Zusammenhänge versteht. Wobe ich sie ja in großen Teilen noch weniger verstehe.
Dadurch werden meine Gedanken auch nicht klarer.

Ich glaube, das Problem dabei ist schlichtweg, dass ich eben selbst keine Ahnung habe, wie ich Struktur in meinen Kopf bringen soll. Ich habe seit längerer Zeit schon unglaubliche Probleme, mich mental zu fokussieren, sobald es um gewisse Themen geht.

Mit Mathematik, Geschichte, Deutsch und so ziemlich allen anderen Schulfächern kann ich mich problemlos beschäftigen. Ich bin konzentriert und mein Bewusstsein arbeitet in klaren Bahnen.
Doch sobald es um mich geht, um Themen, die mich betreffen - mein Leben, die Liebe, meine Gefühle, meine Wahrnehmung, meine Erinnerungen, meine Meinungen - dann mache ich dicht und weiß nicht mehr, wovon ich rede.

Vielleicht liegt es auch daran, dass mein Inneres schon die ganze Zeit momentan so stürmisch und wechselhaft ist.

Als würde ich durch Nebel laufen, stolpern, rennen, schleichen; immer auf ein Ziel zu, das ich nicht kenne, das ich nicht sehe, nicht spüre, von dem ich nicht weiß.

Es ist aber auch einfacher, die Gedankenwolken als solche niederzubannen, anstatt auch nur den Versuch zu machen, sie zu greifen und ergründen zu wollen.

von SachaKalis auf deviantart

Dienstag, 21. Oktober 2014

× 008

von Philliewig auf deviantart

Eigentlich weiß ich nicht so genau, wer ich denn bin.

Oder sollte vielleicht besser sagen: meistens habe ich keine Ahnung davon, wer ich bin oder sein werde.
Aber wer ich sein will, wer ich sein könnte (wenn ich mich doch nur mehr bemühen würde) und wer ich nicht bin - davon habe ich wenigstens eine geringe Ahnung.





Manchmal frage ich mich,
ob es denn wirklich Menschen gibt,
die jenes Wissen erlangt haben.
Und ob sie noch immer die Masken mit sich herumtragen müssen,
die sich nicht zeigen
können - dürfen - wollen?




von loLo-o auf deviantart
Teilweise kann ich mich nichteinmal daran erinnern, wer ich vor einigen Monaten noch war.
Alles ändert sich so schnell, zieht für das bloße Auge unergründlich noch vorbei, wenn man aus einem tiefen schwarzen Moor herauszieht und statt des graugrünen Schlammes nun die Farben des Lebens vor einem leuchten.



Mein Kopf ist wie ein Käfig.
Das Monster ist los.


Frei.


Donnerstag, 16. Oktober 2014

× 007

von foocha-kyo auf deviantart
                Zukunft.
                            &
                 Angst.


Zwei Worte, die so entfernt und so eng verbunden eigentlich nicht sein können.
Immer, wenn ich an die nächsten paar Monate denke, so zieht sich mein Magen zusammen. Er reduziert seine Größe aufgrund der unglaublichen Ungewissheit, die noch vor mir liegt und sich langsam zu einem riesigen, allverschlingenden und unzähmbaren schwarzen Loch ausweitet, in dessen Tiefen ich mich ohne Hoffnung auf Wiederkehr verliere.

Die größten Sorgen bereiten mir das Camebridge Certificate, meine Abiturprüfungen sowie die Stipendiums- und Studienbewerbungen.




Wo werde ich in einem Jahr stehen?
Wo werde ich leben?
Was werde ich studieren?
Werde ich studieren?

Wie werde ich mich finanzieren?



Rational gesehen weiß ich natürlich, dass all diese Dinge kein Problem darstellen sollten - oder zumindest kein so großes, wie ich es im Moment empfinde -, aber das flaue Gefühl bleibt bestehen.

Ich habe Angst vor dem was kommt. So unglaubliche Angst. Aber dennoch... freue ich mich auf der anderen Seite auch. Ich freue mich auf das, was kommt, nachdem ich den stressigen Teil all dieser Dinge soweit bewältigt habe.
Ich freue mich auf das Leben und habe Angst vor den Wehen. Metaphorisch gesprochen, natürlich.

Ich sollte eher tagsüber als im Dunkel der Nacht schreiben, doch fühlt letzteres sich natürlicher an, wenn auch logische Gedankengänge nicht unbedingt ihren gewohnten Bahnen folgen.

Mittwoch, 8. Oktober 2014

× 006

Der Herbst naht mit schnellen Schritten
und ich begrüße ihn mit offenen Armen.

Dort liegt etwas in der regenschweren Luft, dem wolkenbedeckten Himmelsgrau und den langsam zu Boden sinkenden Blättern, das meine Brust erglühen lässt.
Der Anfang und das Ende, sie beide vereinen sich. Der Tod tanzt mit dem Leben auf der Bühne Erde, während die Äste kahler werden und das Licht sich im All verliert, um zwischen Sternen zu wandern.

von Leodinafremov auf devianart
Mein Geist schwingt im Gleichklang mit der Welt und ich lebe, lebe endlich wieder auf.
Eigentlich ironisch, dass mein Erblühen mit dem Schlaflied der Natur zusammenfällt...


Regenprinzessin möcht' ich sein und hoch oben neben meinem Prinzen thronen, bis die Eiskristalle kommen und das Blut in mir gefriert.











 

 × × ×

So the stars align
and leave you behind
You want it sewn up
I come by light of an autumn moon

 × ×

Sonntag, 5. Oktober 2014

× 005

And who can say what dreams are
Wake me in time to be lonely and sad
Who could say what we are
This is the season for dreaming

Spring Awakening, The Guilty Ones



von feeshseagullmine auf deviantart





Where does that warm and fuzzy feeling inside my chest come from?

Did someone put it in there?
Or had it been there all the time,
buried beneath stones and glass?

Be ready to entombed again

 Is that what being home feels like?
So many questions
go without answers in my head.

Falling, fast, a long way down
until I hit the ground


feathers    or    spikes?

Montag, 29. September 2014

× 004



In glänzender Hülle
eingeschweißt liegt es
verpackt. Nur noch langsam
pulsierend schlägt es unter
der gläsernen Haut
und singt das Lied der sterbenden Toten. 
 


Manchmal wäre ich gerne ein anderer.
Genau genommen ist "manchmal" ein häufig vorkommender Zustand und ich mag mich nicht.
Obwohl ich mich eigentlich gerne mögen würde, wirklich, aber gleichzeitig eben auch nicht.

Da ist diese Faszination, dieser Schleier, die Mystik, fast wie Nebel, die mich einlullt und umgarnt. Schmerz ist anziehend anstatt abstoßend und ich fühle mich nur vollkommen, wenn jede Zelle meines Körpers schreit und die Schuld siegt.
Alternative? Selbsthass.

"Die Ästhetik des Hässlichen", so die Expressionisten und ich verstehe, begreife, weiß.
Es ist ekelerregend, bizarr, unmenschlich und doch...

aber vielleicht sind wir am Ende doch nur kaputt.
Jeder.


von JerryCai auf deviantart

Freitag, 26. September 2014

× 003

von thomaswievegg auf deviantart


She looked like a woman
But her heart screamed 'girl'
And when they started to see her
She didn't know where to turn.

She tried to escape them
But did not succeed
And when they set her on fire
She was left more than burned.




Manchmal fühle ich mich, als hätte ich etwas verpasst.
Als hätte es auf einmal links und rechts von mir 'puff' gemacht und alle meine Freunde seien plötzlich erwachsen geworden. Haben die sozialen Fähigkeiten erlangt, mit anderen Menschen Verbindungen einzugehen, die über auf anderen Bahnen verlaufen als bloße Freundschaften.

Abgesehen von mir.

Tagträume, gefüllt mit Schwärmereien - ja, diese Stufe der Entwicklung habe ich noch mitbekommen, doch weiter hat es sich bisher nicht entwickelt.
Zwar füllt mich der Gedanke an eine solche Beziehung mit Freude und Aufregung, doch zugleich ist da dieser harte, kalte Brocken Angst in meiner Magengrube. Anstatt zu schmelzen breitet er sich jedoch aus, lässt meine Glieder steif werden und bemächtigt sich meiner Gedanken.

Ich will wegrennen, kann mich nicht binden, habe so eine Angst, so eine Panik, dass mir die Tränen in die Augen steigen, ich wie gelähmt bin, sobald ich nur daran denke und ich weiß nicht warum.

In einigen Jahren werde ich sicher mit Belustigung auf deise Zeit zurückblicken und mir denken, wie naiv ich doch war. Wie jung ich war und wie lächerlich meine Sorgen.
            Das Privileg der Retrospektive.

Doch was ist mit dem Jetzt?


z e r i s s e n  ×  g e f a n g e n  ×  e n t z w e i t